PSYCHOTHERAPEUTISCH-ERLEBNISPÄDAGOGISCHE HILFE FÜR GESCHWISTERKINDER, DIE IM SCHATTEN STEHEN

"Traumaarbeit ist ein wesentlicher Bestandteil der Tralalobe-Projekte. Deshalb freut es mich besonders, dass dieser Bereich nun auf Geschwisterkinder von chronisch kranken Kindern erweitert wird. Alle Kinder brauchen Lebensfreude, Aufmerksamkeit und einen Platz an der Sonne," so Michi Klein, Präsidentin des Vereins Tralalobe, im Aug. 2020.

Wenn bei einem Kind Krebs oder eine andere schwerwiegende Krankheit diagnostiziert wird, betrifft das die gesamte Familie. Jedes Familienmitglied ist plötzlich mit vollkommen unerwarteten Herausforderungen konfrontiert. Zunächst dreht sich alles um die Erkrankung des betroffenen Kindes. Geschwister von chronisch erkrankten Kindern treten mit ihren Wünschen und Bedürfnissen in den Hintergrund und bekommen weniger Aufmerksamkeit als das erkrankte Kind.

Welche Belastungen haben Geschwisterkinder?

Die Empfindungen der Geschwisterkinder sind sehr unterschiedlich und werden von vielen Faktoren beeinflusst. Die Familiensituation, die Position in der Geschwisterreihenfolge und die individuelle Art der Kinder sind drei beispielhafte Einflussfaktoren.

Häufig kämpfen Geschwisterkinder mit geringem Selbstwert und Schuldgefühlen. Sie beschäftigen sich mit vielen Fragen rund um Krankheit und Tod, Schuld oder Gerechtigkeit, die sie in der Regel aber kaum mit einer passenden Person besprechen können: die eigenen Eltern sollen nicht belastet werden, und „fremde“ Personen reagieren oft wenig hilfreich. Diese Kinder behalten ihre Fragen und Sorgen oft für sich und ziehen sich zurück, die „schwierigen“ Gefühle wie Wut, Ängstlichkeit oder Traurigkeit werden hinuntergeschluckt. Das Kind will keine weitere Belastung sein.

Tralalobe Hilfsmaßnahmen für Geschwisterkinder

Tralalobe veranstaltet mehrtägige Outdoor-Camps für Kinder, die ein erkranktes oder gar verstorbenes Geschwisterkind haben. Hier erfahren Geschwisterkinder Unterstützung durch ein qualifiziertes Therapeutenteam und auch durch andere Geschwisterkinder.

In ihrem gewohnten sozialen Umfeld erleben diese Kinder häufig einen gewissen Sonderstatus; Geschwisterkinder denken, ihre Familie wäre die einzige, in der so etwas Schlimmes passiert sei. Durch den fehlenden Austausch mit Gleichgesinnten fühlen sie sich selten verstanden und häufig „abnormal“. Verwaiste Geschwisterkinder haben oft Schwierigkeiten, den Tod des Bruders oder der Schwester im eigenen sozialen Umfeld zu besprechen. „Wenn ich neue Freunde treffe, soll ich dann sagen: Ich habe einen Bruder oder ich hatte einen Bruder“, ist eine typische Frage, die sich innerhalb der Familie schwer aussprechen lässt.Während unserer Camps sind Geschwisterkinder die „Stars: ihre Ängste, Sorgen und Gedanken werden ernst genommen, sie bekommen 100%-ige Aufmerksamkeit.

Speziell ausgebildete Psychotherapeut*innen und Erlebnispädagog*innen unterstützen die Kinder und Jugendlichen dabei, ihren Selbstwert zu stärken und mit den vielen unterschiedlichen Gefühlen besser umgehen zu können.

Bei unseren Camps arbeiten wir mit psychotherapeutischen und erlebnispädagogischen Methoden daran, dass Kinder und Jugendliche lernen, ihre Bedürfnisse (wieder) zu erkennen und besser auszudrücken. Wir fördern jedes Kind gezielt in der Stärkung der individuellen Ressourcen, die notwendig sind, um große Belastungen oder gar Traumatisierungen zu verarbeiten, die im Zusammenhang mit der Erkrankung oder dem Tod des Geschwisterkindes entstanden sind.

Wir arbeiten im Einzelsetting, in Kleingruppen oder auch in der Großgruppe: Klassisch über Gespräche und andere therapeutische Methoden. Erlebnispädagogik wird prozessorientiert und gezielt eingesetzt, um jedes einzelne Kind dabei zu unterstützen, seine individuellen Bewältigungsstrategien zu erweitern. So kann nicht nur das „Hirn“ angesprochen werden, sondern Lernen und Entwicklung findet ganzheitlich über Körper, Geist und Seele statt.

Tralalobe arbeitet mit speziell ausgebildeten Psychotherapeut*innen und Erlebnispädagog*innen mit traumatherapeutischer Kompetenz. Ein hoher Betreuerschlüssel gewährleistet, dass jedes Kind die volle Aufmerksamkeit bekommen kann, um in seinen individuellen Bedürfnissen wahrgenommen und optimal gefördert zu werden.

Im Idealfall können wir Kinder vom Eintritt in das erste Camp mit acht Jahren kontinuierlich über mehrere Jahre betreuen. So kann eine stabile therapeutische Beziehung entstehen, die dazu beiträgt, das Kind und später den Jugendlichen durch die schwere Zeit zu tragen.

Ein wesentliches Ziel der Camps ist es, dass die Kinder ihre ureigenen Ressourcen und Talente erkennen, um nach dem Projekt gestärkt in den Alltag zurückzukehren.
So können die Kinder Belastungen ablegen und wieder mit mehr Lebensfreude nach vorne schauen.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte eine der nachfolgenden Personen, wenn Sie Ihr Kind/Ihre Kinder für ein Camp anmelden möchten.

Mag. Dr. Reinhard Raunig-Peneder
Mediator und Erlebnispädagoge
reinhard.raunig-peneder@tralalobe.at
Tel.: 0650 33 21 421

Mag.a Judith Raunig
Klinische- und Gesundheitspsychologin, Outdoortrainerin
judith.raunig@tralalobe.at
Tel.: 06991 945 30 10

Damit Tralalobe diese Camps ermöglichen kann, benötigen wir dringend Spenden.
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